Im Fokus dieser Lehrveranstaltung zur berufsqualifizierenden Tätigkeit II (BQT II) steht die Befähigung der Studierenden, psychotherapeutische Erstgespräche, Auftragsklärungen sowie eine prozessorientierte Therapieplanung im Rahmen der Systemischen Therapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugssystemen durchzuführen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Anwendung systemischer Basistechniken, die für die Arbeit mit jungen Patient:innen und ihren Bezugspersonen grundlegend sind. Die Teilnehmenden erlernen, Beratungsgespräche unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu führen und ein entwicklungsangemessenes sowie situationsgerechtes Gesprächsverhalten anzuwenden. Dabei wird insbesondere die Fähigkeit gefördert, mit Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen in einen dialogischen Prozess zu treten und systemische Perspektiven sowie Hypothesen gemeinsam zu entwickeln und zu reflektieren. Ein zentraler Bestandteil der Lehrveranstaltung ist die kontinuierliche Zusammenarbeit im Reflecting Team sowie das Erleben und Einüben von Mehrpersonensettings, insbesondere im Kontext familiärer und sozialer Bezugssysteme. Verschiedene systemische Methoden, wie hypnosystemische Imaginationsübungen, Externalisierung, das Familienbrett sowie die soziale Netzwerkkarte, werden in Kleingruppen praktisch erprobt und anschließend gemeinsam reflektiert. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Gestaltung der therapeutischen Beziehung sowie auf der lösungs- und ressourcenorientierten Begleitung der Kinder und Jugendlichen unter Einbezug ihrer Bezugspersonen. Die Studierenden lernen, die Dynamiken innerhalb der Bezugssysteme zu berücksichtigen und Veränderungsprozesse systemisch zu begleiten. Darüber hinaus werden die Studierenden befähigt, Krisen- und Notfallsituationen, insbesondere im Zusammenhang mit Suizidalität, Kindeswohlgefährdung oder Gewalterfahrungen, zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren sowie geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die Lehrveranstaltung wird gemäß § 10 Absatz 4 PsychThApprO in anwendungsorientierten Lernformaten und übungsorientierten Kleingruppen durchgeführt. Die Handlungskompetenzen werden durch Erläuterungen, Video-Demonstrationen, Rollenspiele, Übungen mit Simulationspatient:innen, Video-Feedback sowie durch die Bearbeitung eigener oder fallbezogener Anliegen vermittelt. Bei der Arbeit mit eigenen Themen wird darauf geachtet, dass diese einen moderaten Belastungsgrad nicht überschreiten. |