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Aktuelles Semester: SoSe 2026

Seminar: Der russische Angriffskrieg und die Schuld von „Tolstojevskij“

Funktionen
Informationen

Grunddaten

Veranstaltungsnummer: 4015682
Semester: SoSe 2026
SWS: 2
Sprache: Deutsch
Belegungszeitraum: Freie Eintragung    01.03.2026 - 30.09.2026    aktuell

Termine

Gruppe: - iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
iCalendar Export für Outlook Mi. 12:00 bis 14:00 woech 15.04.2026 bis
22.07.2026
Ernst-Lohmeyer-Platz 3 - Raum 2.32 Dubasevych    
Einzeltermine
15.04.2026 | 22.04.2026 | 29.04.2026 | 06.05.2026 | 13.05.2026 | 20.05.2026 | 27.05.2026 | 03.06.2026 | 10.06.2026 | 17.06.2026 | 24.06.2026 | 01.07.2026 | 08.07.2026 | 15.07.2026 | 22.07.2026 |

Es gibt bereits 3 Anmeldungen / 3 davon zugelassen

Gruppe -:

Inhalt

Kommentar

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine löste eine heftige Debatte über den Zusammenhang zwischen russischer Kultur und Gewalt aus. Schockiert über die brutale Vorgehensweise der russischen Truppen erhoben vor allem ukrainische Intellektuelle, Aktivist*innen und Politiker*innen schwere Vorwürfe nicht nur gegen das autoritäre Regime von Vladimir Putin, sondern gegen die russische Kultur als Ganzes, die sie dann für das Bombardement ukrainischer Städte sowie Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung für verantwortlich erklärten. Häufig werden diese Vorwürfe mit Forderungen zum Boykott russischer Kulturinstitutionen, Künstler*innen und Autor*innen begleitet. Der besondere Zorn richtete sich dabei gegen den russischen Kulturkanon, der bisher als Weltkulturerbe galt und großes Ansehen genießt. Prominente ukrainische Autoren der Vergangenheit und Gegenwart wie Jevhen Malaniuk oder Jurij Andruchovyc sahen sich gezwungen, auf den Zusammenhang zwischen Lev Tolstoj und Dschingis Khan oder an die angebliche Faszination von Josef Goebbels mit Fedor Dostojevskij zu verweisen. Der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Serhij Zadan prangerte dagegen die Wirkungslosigkeit von Anton Cechov bei der Neutralisierung des russischen Militarismus an und erklärte die russische Kultur sogar zu einer „antycyvilizacija”. So schockierend das gewaltsame Vorgehen russischer Truppen gegen das eng verwandte Nachbarland war, erscheint die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Gewalt und Kultur nicht neu. Gerade nach dem Zweiten Weltkrieg bestand die Aufarbeitung der national-sozialistischen Vergangenheit nicht nur in der Aufklärung über die Nazi-Verbrechen, sondern auch in einer kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Kulturtradition – dem Erbe des deutschen Idealismus und Irrationalismus oder Figuren wie Richard Wagner, Friedrich Nietzsche oder Martin Heidegger. In unserem Seminar werden wir die zentralen Etappen dieser Debatte sowie die aktuellen Impulse aus der Postkolonialen oder feministischen Theorie kennenlernen, um eine Orientierung im gegenwärtigen Konflikt zu gewinnen.

Teilnahmevoraussetzungen: Referat und regelmäßige Teilnahme; Kenntnisse osteuropäischer Sprachen sind nicht erforderlich.

Literatur

Wird im Seminar bekannt gegeben.

Bemerkung

Im Falle von Wahlmöglichkeiten beachten Sie bei der Modulzusammensetzung bitte unbedingt die Vorgaben im Vorlesungsverzeichnis, welches Sie auf der Homepage des Instituts finden.

Voraussetzungen

Teilnahmevoraussetzungen: Referat und regelmäßige Teilnahme; Kenntnisse osteuropäischer Sprachen sind nicht erforderlich.

Leistungsnachweis

B.A. Slawistik PSO 2019

Modul 9: Literaturwissenschaft (systematisch): mündliche Prüfung 40 min

Lehramt Russisch PSO 2020

Modul 9: Literaturwissenschaft (systematisch): mündliche Prüfung 40 min

Ukrainicum

Literaturwissenschaft

Optionale Studien PSO 2019

Basisfach, Variante A: Grundlagen der Slawistik, Modul 9: Literaturwissenschaft systematisch: mündliche Prüfung 40 min

Basisfach, Variante C: Ukrainicum, Modul 14: Ukrainicum/ Sprach- oder Literaturwissenschaft, Landes- und Kulturstudien: mündliche Prüfung 30 min

Modul 15/16: Kulturen Ostmittel- und Osteuropas I/II: Hausarbeit (15 -20 Seiten)

 

Zielgruppe

B.A. Slawistik PSO 2019

Modul 9: Literaturwissenschaft (systematisch)

Lehramt Russisch PSO 2020

Modul 9: Literaturwissenschaft (systematisch)

Ukrainicum

Literaturwissenschaft

Optionale Studien PSO 2019

Basisfach, Variante A: Grundlagen der Slawistik, Modul 9: Literaturwissenschaft systematisch

Basisfach, Variante C: Ukrainicum, Modul 14: Ukrainicum/ Sprach- oder Literaturwissenschaft, Landes- und Kulturstudien

Modul 15/16: Kulturen Ostmittel- und Osteuropas I/II

 


Zugeordnete Person

Zugeordnete Person Zuständigkeit
Dubasevych, Roman verantwortlich

Studiengänge

Abschluss Studiengang Studienphase PO-Version
Bachelor of Arts (2 F.) Optionale Studien 2019
Bachelor of Arts (2 F.) Slawistik 2019
Lehramt Gymnasium Russisch HF LAG 2020
Lehramt Reg. Schulen Russisch LA Reg. 2020
Master of Arts Sprachl. Vielfalt MA 2014

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