| Kommentar |
Musikalische Phänomene in ihren kulturellen, sozialen, medialen und gesellschaftlichen Kontexten zu begreifen, ist eine der Herausforderungen, der sich die Musikwissenschaft als geisteswissenschaftliche Disziplin stellt. Ein interdisziplinärer Methodenkanon ist dem Fach entsprechend eingeschrieben und die Praxis, diverse methodische Ansätze auf musikalische Gegenstände und Phänomene anzuwenden, ist integraler Bestandteil jedes musikwissenschaftlichen Arbeitens.
In den letzten Jahren ist der geisteswissenschaftliche Methodenkanon sukzessive erweitert worden um jene Instrumente, die als Analyse- und Vernetzungstools unter dem Sammelbegriff der „Digital Humanties” (DH) zusammengefasst werden. In der Lehrveranstaltung wollen wir die Herausforderungen, Möglichkeiten und Potentiale dieser Werkzeuge erörtern. Entsprechend werden wir einige Tools kennenlernen und ausprobieren. Mit der Unterstützung von Experten aus den Rechtswissenschaften, der Informatik, der Geschichts-, Kultur- und Medienwissenschaften wollen wir überdies diskutieren, wie die spezifischen Methoden und Modelle a) in der Musikwissenschaft bereits Anwendung finden und künftig angewendet werden können und b) welche Konsequenzen diese Anwendungsbezogenheit einerseits für das Selbstverständnis des Fachs hat und andererseits für den Umgang mit Quellen und Archivmaterialien und welche Konsequenzen sich durch die Integration der Ansätze und die Erweiterung des musikwissenschaftlichen Werkzeugkastens letztlich für musikwissenschaftliche Forschung und Lehre ergeben. |
| Literatur |
Eine Literaturliste mit verpflichtender sowie optionaler Lektüre wird zu Beginn des Semesters im Moodlekurs bereit gestellt.
Allgemeine Literatur:
Birgit Schneider, Beate Löffler, Tino Mager, Carola Hein (Eds.), Mixing Methods. Practical Insights from the Humanities in the Digital Age, Bielefeld 2023.
Susan Schreibman, Ray Siemens, John Unsworth (Eds.), A New Companion to Digital Humanities, London 2016.
Tim Crawford, Lorna Gibson (Eds.), Modern Methods for Musicology: Prospects, Proposals, and Realities, New York et al. 2009.
Melissa Terras, Julianne Nyhan, Edward Vanhoutte (Eds.), Defining Digital Humanities. A Reader, London et al. 2013.
Fotis Jannidis, Hubertus Kohle, Malte Rehbein (Eds.), Digital Humanities. Eine Einführung, Stuttgart 2017.
Elias Berner, Matej Santi (Eds.), Telling Sounds. Tracing Music History in Digital Media Archives, Wien 2023.
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| Bemerkung |
Modulzuordnung:
BA Musikwissenschaft (2019), Modul 9, Musikgeschichte IV, bzw. OpStud Modul 11,
BA Musik (2019), OpStud Modul 10
Spezielle Themen.
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