| Kommentar |
Mi 10-12: Theorien der Öffentlichkeit (Seminar) Klaus Beck, Ernst-Lohmeyer-Platz 1, SR 3.26 Öffentlichkeit und öffentliche Meinung zählen zu den zentralen Begriffen der Kommunikationswissenschaft und stellen grundlegende Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie dar. Begriff und Idee von Öffentlichkeit sind historische und kulturelle Errungenschaften, an die sich vielfältige normative und kritische Debatten knüpfen. Die sozialen und medialen Strukturen (öffent-licher) Kommunikation unterliegen seit einigen Jahren einem tiefgreifenden Wandel. Ausgehend vom Konzept kritischer bürgerlicher Öffentlichkeit soll das Seminar der Frage nachgehen, welche Vorstellung von Öffentlichkeit(en) unter Bedingungen von Online und Social Media sowie algorithmisch operierenden Plattformen noch angemessen ist: Haben bzw. hatten wir es immer schon mit fragmentierten (Teil-)Öffentlichkeiten im Plural zu tun? Entstehen egalitäre und partizipative Netz-werköffentlichkeiten oder eine agonistische Öffentlichkeit ohne Chance auf Verständigung oder gar Konsens? Zerstören neue Kommunikationsstrukturen und -stile Öffentlichkeit oder löst sich diese einfach auf? Welche Rolle spielen Kommerzialisierung, Plattformisierung und Algorithmisierung gesellschaftlicher Kommunikation? Verläuft öffentlicher Diskurs auf der Grundlage rationaler Argumente, affektiver Empörung oder erstickt er im Bullshit der Social Media, identitärer Ab- und Ausgrenzung sowie der Propaganda „alternativer Medien“?
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Mi 16-18: Digitale Kommunikationsethik (Seminar) Stefanie Averbeck-Lietz, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, SR 2.31 Der Begriff zielt auf die Kommunikationsethik im Kontext digitaler Medien und ihre textlichen und visuellen Inhalte. Thematisiert wird die individualethische Seite des Handelns von Kommunikator*innen und User*innen, aber auch die sozialethische im Kontext von Selbst- und Ko-Regulierung. Wir erarbeiten ein theoretisches Instrumentarium, das die „Reflexions- und die Steuerungsfunktion“ (B. Debatin) der Kommunikationsethik in den Blick nimmt, damit ihre sowohl akademische Seite (Reflexion) als auch ihre praxisbezogene (Steuerung). Ein Fokus ist die Ethik von Kommunikationsberufen (Journalismus, PR, Werbung, Influencing), die die Mikroebene (Akteur*innen), die Mesoebene (Institution, Organisation) und die Makroebene (beruflicher Wandel in Zeiten von KI) verbindet. Unterschiede zwischen der Medienethik und der umfassenderen Kommunikationsethik werden insbesondere mit Blick auf die Rolle von KI thematisiert.
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| Literatur |
Theorien der Öffentlichkeit
- Ritzi, Claudia (2019). Politische Öffentlichkeit zwischen Vielfalt und Fragmentierung. In: Hofmann, Jeanette/ Kersting, Norbert/ Ritzi, Claudia/ Schünemann, Wolf J. (Hrsg.). Politik in der digitalen Gesellschaft. Zentrale Problemfelder und Forschungsperspektiven. Bielefeld: transcript, S. 61–82. https://doi.org/10.14361/9783839448649-004
Digitale Kommunikationsethik
- Beck, Klaus (2024): Kommunikation. In: Grimm, Petra; Trost, Kai Erik; Zöllner, Oliver (Hrsg.): Digitale Ethik. Baden-Baden: Nomos, 529–539.
- Schicha, Christian (2025): Kommunikationsethik. Grundlagen–Debatten–Lösungsansätze. UTB; DOI: 10.36198/9783838564692.
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