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Mo 10-12: Grundlagen der Unternehmenskommunikation: Zwischen Steuerung und Demokratisierung (Vorlesung) Kerstin Thummes, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, SR 2.05 Die Vorlesung richtet sich an Studierende, die sich vertiefend mit strategischer Unternehmens-kommunikation im Spannungsfeld von Steuerung, Partizipation und Demokratisierung auseinandersetzen möchten. Sie vermittelt theoretische Grundlagen zu Unternehmenskommunikation und Kommunikationsmanagement und aktuelle Forschungsansätze sowie anwendungsorientierte Perspektiven für die partizipative Gestaltung interner und externer Kommunikation. Im Zentrum steht die Frage, wie Kommunikation nicht nur zur Steuerung und Erreichung von Unternehmenszielen beitragen, sondern auch Räume für Mitgestaltung, Teilhabe und Demokratisierung eröffnen kann. Die Vorlesung ist in drei inhaltliche Blöcke gegliedert:
- Der erste Block führt konzeptionell in das Spannungsverhältnis von organisationaler Steuerung und partizipativ-demokratischer Kommunikation ein. Die Studierende lernen grundlegende Modelle und Steuerungslogiken der strategischen Unternehmenskommunikation (z. B. Value Circle, Exzellenzansätze) und partizipative Ansätze (z. B. Listening, Dialog, Engagement) kennen. Fallbeispiele ermöglichen die Diskussion aktueller Spannungen zwischen Kontrollverlust und neuen Beteiligungsformen.
- Der zweite Block beleuchtet die Arbeit von Kommunikationsabteilungen, in denen sich Steuerung (z. B. durch Aufbauorganisation, Rollenverteilung) und neue partizipative Organisationsformen (z. B. Agilität, Selbstorganisation) überlagern. Mit Konzepten wie Heterarchie und transformationaler Führung werden moderne Formen interner Partizipation diskutiert.
- Der dritte Block erweitert den Blick auf Unternehmen und ihre Kommunikation als sozialpolitische Räume, in denen Formen der Mitbestimmung institutionalisiert und Strukturen zur Demokratisierung geschaffen werden können. Die Kommunikation von und mit Gewerkschaften wird ebenso behandelt wie alternative Modelle der Unternehmensgestaltung etwa im Sinne der Gemeinwohlökonomie
Studierende sollen nach Abschluss der Vorlesung dazu in der Lage sein:
- theoretische Grundlagen der Unternehmenskommunikation zu verstehen und kritisch zu reflektieren.
- Spannungsfelder zwischen Steuerung und Partizipation in unterschiedlichen Kommunikations-feldern (extern/intern) systematisch zu analysieren.
- Managementkonzepte und Rollenbilder in der Unternehmenskommunikation zu identifizieren und einzuordnen.
- Ansätze organisationaler Demokratisierung und ihre Implikationen für die Unternehmenskommunikation zu bewerten.
- eigene kommunikationsstrategische Perspektiven zu entwickeln, die sowohl strategische Steuerung als auch partizipative Potenziale berücksichtigen.
Die Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls erfolgt in Form einer Hausarbeit.
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Mi 14-16: Strategien der Macht am Arbeitsplatz (Seminar) Felix Künzer, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, SR 2.05 In Organisationen wird nicht nur zusammengearbeitet, sondern auch taktiert, sich verbündet und gestritten – oft zwischen Tür und Angel, seltener offen, aber wirksam. Mitarbeitende versuchen so, ihre Karriere voranzutreiben, ihre Position im Unternehmen zu stärken und auf Entscheidungen Einfluss zu nehmen, bspw. durch strategische Sichtbarkeit, geschickte Netzwerkarbeit oder das Zurückhalten von Informationen. Ein prägnantes Bild hierfür ist der Desire Path (dt. Trampelpfad), der entsteht, weil der vorgesehe-ne Weg an den Bedürfnissen der Fußgänger:innen vorbeigeht, weswegen sich eine neue informelle Struktur etablieren kann. Auch in Organisationen bilden sich solche Pfade, die durch eine kollektive Nutzung festtreten und von der formalen Organisationsstruktur abweichen. In diesem Sinne widmet sich das Seminar einer Dimension interner Unternehmenskommunikation, die über strategisch geplante Maßnahmen hinausgeht und die alltägliche, oft unsichtbare Kommunikation im Inneren der Organisation in den Blick nimmt. Zur analytischen Einordnung werden unterschiedliche theoretische Blickwinkel herangezogen – insbesondere organisationssoziologische und kritische Zugänge, aber auch weitere Perspektiven. Ziel ist es, verschiedene Lesarten dieser Phänomene kennenzulernen, ihre jeweiligen theoretischen Hintergründe zu verstehen und zu reflektieren, wie informelle Strukturen organisationale Hierarchien ergänzen und kommunikativ genutzt werden. Darauf aufbauend verfassen die Teil-nehmenden Hausarbeiten, die sich an Fragestellungen im Seminarkontext orientieren. Die Teilnehmenden schärfen ihren Blick für mitarbeiterseitige Kommunikationspraktiken der internen Unternehmenskommunikation – Wissen, das insbesondere in Feldern wie der Organisationsberatung oder der internen Kommunikation (z. B. bei Change-Prozessen) von Bedeutung ist. Das Seminar schult darüber hinaus auch den kritischen Umgang mit konkurrierenden Theorien, etwa dort, wo dieselben Phänomene als produktiv oder als problematisch verstanden werden.
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