| Description |
Gegenwart ist, stellt das Grimmsche Wörterbuch Mitte des 19. Jahrhunderts fest, „ein vielfach merkwürdiges wort”. Auch deshalb wird die Frage, was unter ‚Gegenwart‘ zu verstehen ist, ebenso Gegenstand der Lehrveranstaltung sein wie die Frage, worüber man eigentlich spricht, wenn man von Gegenwartsliteratur oder Gegenwartskultur spricht. Was sind Kriterien für zeitgenössische – oder: zeitgemäße – Kunst und Literatur? Inwiefern prägen mediale Dispositive – Kalender, Buch, Zeitschrift, Tageszeitung, Fernsehen, Internet, Timelines – die Wahrnehmung und Darstellung von Zeit, Zeitlichkeit und Gegenwart? Was passiert, wenn man die Gegenwart (oder: die Zukunft) vergegenwärtigt? Wenn die Zeit aus den Fugen gerät? Wenn Gespenster auftauchen?
Das für die Master-Studiengänge konzipierte Seminar wird die Diskussion von soziologischen, philosophischen, kultur-, medien- und geschichtswissenschaftlichen Texten mit der Lektüre gegenwartsdiagnostischer Essays und literarischer Texte verbinden. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft, deutsch- wie auch englischsprachige Texte zu lesen und zu diskutieren. Diskutiert werden u.a. Texte von Aleida Assmann, Sarah Colvin, Jacques Derrida, Donna Harraway, Achim Landwehr, Olivia Wenzel.
Die Lehrveranstaltung gliedert sich in einen Vorlesungs- und einen Seminarteil und schließt einen englischsprachigen Vortrag von Sarah Colvin (Cambridge) zum Thema „Haunted Times” am Dienstag, 1.7., 18-20 Uhr, ein. Bitte melden Sie sich bis spätestens (!) zum 1. April im Selbstbedienungsportal/LSF an, Sie erhalten dann vor Seminarbeginn weitere Informationen. |