| Kommentar |
Proseminar: "Biodiversität aus ethischer Perspektive"
Der Schwund der biologischen Vielfalt ist eine der beunruhigendsten Folgen des menschlichen Umgangs mit der Natur. Halten die derzeitigen Trends an, wird vermutlich ein Drittel bis die Hälfte aller Arten des Planeten bis zum Ende dieses Jahrhunderts ausgestorben sein. Ein Rückgang dieses Ausmaßes ist beispiellos in der Menschheitsgeschichte. Der "lautlose Tod" (Paul & Anne Ehrlich) ist nicht nur eine Herausforderung für die Ökologie, für Politik, Ökonomie und Naturschutzpraxis, sondern auch für die Ethik. Nach wie vor ist unter Ethikerinnen und Ethikern umstritten, warum die Auslöschung einer Art überhaupt ein moralisches Übel darstellt. Das Seminar will dieser Frage auf den Grund gehen. Nach einer kurzen Einführung in den Begriff der Biodiversität sowie seine Geschichte und politische Karriere werden die verschiedenen Begründungen für den Schutz biologischer Vielfalt vorgestellt und auf ihre Überzeugungskraft und Reichweite hin überprüft. Ferner wird untersucht werden, welche Konsequenzen sich aus diesen unterschiedlichen Begründungen für den menschlichen Umgang mit der Natur ergeben. Ziel des Seminars ist es, eine Argumentationsgrundlage zu schaffen, mit deren Hilfe sich nicht nur die eigenen moralischen Intuitionen besser verstehen lassen, sondern die zentralen Anliegen des Naturschutzes auch anderen Menschen näher gebracht werden können. |