| Description |
Zauber-, Segenssprüche und Beschwörungen gehören zu den ältesten volkssprachlichen Texten, die aus dem Frühmittelalter überliefert sind, und sie entstehen aus einem dringenden Bedürfnis heraus: Man möchte mit ihnen Krankes heilen, Wertvolles schützen und Gefahren abwenden.
Kulturhistorisch ist an diesen Texten besonders ihre Hybridität von Interesse, da sie zwischen Religion und Magie changieren. Zwar existieren in wenigen Fällen heidnische oder vorchristliche Einflüsse, allerdings sind diese wesentlich seltener, als in der Forschung allgemein angenommen, weshalb dieser Aspekt einer kritischen Revision unterzogen werden soll.
Kodikologisch ist die Textsorte bemerkenswert, da in den frühen Handschriften kein eigentlicher Platz für sie vorgesehen ist, weshalb sie zunächst meist als Streuüberlieferung mehr oder minder zufällig an den Rändern anderer Texte eingetragen wurden.
Die Vorlesung vermittelt weiterführende und vertiefende Einblicke in zentrale Themen, Methoden der Germanistischen Literaturwissenschaft sowie in die Geschichte der Älteren deutschen Sprache und Literatur. Berücksichtigt werden u.a. folgende Themenfelder: Literatur und Medien, Intermedialität, kulturhistorische und -theoretische Zusammenhänge, Genderdiskurse, Literaturbetrieb und literarisches Leben. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich vom Früh- bis ins Spätmittelalter, als man beginnt, das Phänomen der Magie unter dem Paradigma der Hexerei systematisch zu verfolgen. |
| Literature |
Zur Einführung:
Verena Holzmann: "Ich beswer dich wurm und wyrmin…". Formen und Typen altdeutscher Zaubersprüche und Segen. Wiener Arbeiten zur germanischen Altertumskunde und Philologie (Wiener Arbeiten zur germanischen Altertumskunde und Philologie Bd. 36), Bern [etc.] 2001.
Monika Schulz: Magie oder Die Wiederherstellung der Ordnung. Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore Reihe A, Texte und Untersuchungen (Beiträge zur europäischen Ethnologie und Folklore Reihe A, Texte und Untersuchungen 5), Frankfurt am Main 2000. |