Kein anderer Stoffkomplex hat das Thema von Eros und Tod im Mittelalter derartig besetzt wie die Liebe von Tristan und Isolde. Um 1150 erstmals in einer altfranzösischen Fassung greifbar wird die Tristan-Erzählung in zahlreichen europäischen Fassungen adaptiert und schafft auch – als Prosaversion durch den Buchdruck verbreitet – den Sprung in die Literatur der Neuzeit, wo sich im 19. Jahrhundert Richard Wagner dann in seiner Oper ‚Tristan und Isolde‘ der tragischen Liebesgeschichte nochmals in besonderer Weise annimmt.
(MA-)Seminar (14–16 Uhr) Im Zentrum des steht die mittelhochdeutsche Fassung von Gottfrieds ‚Tristan‘, in der – radikaler als in anderen volkssprachlichen Romanen – das Konzept einer innerweltlich autonomen Liebe (Christoph Huber) entwickelt wird.
Lektüreseminar (16–18 Uhr) Im anschließenden Lektüreseminar lesen wir vertiefend Textausschnitte aus Gottfrieds Torso, seinen Fortsetzern Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg sowie aus der mitteldeutschen Tristan-Fassung Eilharts von Oberge. |