| Kommentar |
Das fränkische Königsgeschlecht der Merowinger ist im europäischen Geschichtsbewusstsein im Vergleich mit den ihnen nachfolgenden Karolingern wenig präsent. Gilt Karl der Große als erster Einiger Europas, wird leicht übersehen, dass die ihm vorangehenden Könige aus merowingischem Hause das bedeutendsten und langlebigste staatliche Gebilde im Westen seit dem Ende Westroms schufen, das von den Pyrenäen bis zum Harz und nach Pannonien reichte. Den Merowingern waren Sachsen ebenso tributpflichtig wie die Langobarden in Italien und Gebiete jenseits der Pyrenäen. Der Fokus des Seminars liegt neben der Quellenanalyse auf der Politik- und Kulturgeschichte des merowingischen Frankenreiches. Thematische Schwerpunkte bilden die Frühgeschichte des merowingischen Königsgeschlechts, das aus spätantiken Warlords und spätrömischen Offizieren hervorgegangen war, die römischen Grundlagen des frühmittelalterlichen Frankenreiches, die Regierungszeit Chlodwigs I., die Expansion des Merowingerreiches im 6. Jahrhundert und der Dynastiewechsel von 751. |
| Literatur |
Literatur zur Einführung in Seminarthema:
Becher, Matthias: Chlodwig. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt, München 2011; Becher, Matthias: Merowinger und Karolinger (Geschichte kompakt), Darmstadt 2009; Ewig, Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich (Urban-Taschenbücher 392), Stuttgart 62012; Geary, Patrick J.: Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen, München 1996; Hartmann, Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger, Darmstadt 22011; Kaiser, Reinhold: Das römische Erbe und das Merowingerreich (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 26), München 42004; Scholz, Sebastian: Die Merowinger (Urban-Taschenbücher 748), Stuttgart 2015; Wood, Ian N.: The Merovingian Kingdoms 450-751, London 1994. |