| Kommentar |
Als Politische Testamente werden fürstliche Willenserklärungen verstanden, die über die Privatdispositionen hinausgehen, Sukzessionsregelungen treffen und dem Amtsnachfolger zur Wahrung der politischen und konfessionellen Kontinuität innen- und außenpolitische Verhaltensrichtlinien an die Hand geben. Dabei sind die Beziehungen zur Fürstenspiegelliteratur hervorzuheben. Im Seminar werden nun verschiedene derartige Texte gelesen und gedeutet. Wichtig: In den Testamenten findet keine Reduzierung auf das „rein“ Politische statt, sondern es werden auf vielfältige Weise wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte angesprochen. Nicht zuletzt geht es darum, die von den Herrschern schriftlich gefassten Instruktionen für den Nachfolger über die richtige Art des Regierens mit der politischen Praxis in Beziehung zu setzen. |
| Literatur |
Politische Testamente und andere Quellen zum Fürstenethos der frühen Neuzeit, hg. von DUCHHARDT, H., (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 18), Darmstadt 1987. Kaiserin Maria Theresias Politisches Testament, hg. und eingeleitet von KALLBRUNNER, J., Wien 1952. Die politischen Testamente der Hohenzollern, bearb. von DIETRICH, R. (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz 20), Köln/Wien 1986. |