| Kommentar |
Fürstenspiegel stellen Schriften dar, in denen die Pflichten eines Herrschers und die Grundsätze richtigen Regierens darlegt werden. Im Spanungsfeld von Moralität und politischer Opportunität entstanden Texte mit einer breiten Palette an Themen: Herrschertugenden (z. B. Freigebigkeit), Mahnung zum rechten Verhalten, Warnung vor schlechtem Tun, das zur Tyrannei führten würde, Auswahl der Ratgeber und vieles mehr. Im Seminar werden nun verschiedene derartige Texte gelesen und gedeutet. Wichtig: In den Fürstenspiegeln findet keine Reduzierung auf das „rein“ Politische statt, sondern es werden auf vielfältige Weise auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte angesprochen. So wird unter anderem eine gute Münzpolitik gefordert, da Münzverschlechterungen die Ursachen für vielfältige Krisenerscheinungen darstellen können. Nicht zuletzt geht es darum, die von den Autoren formulierten Anleitungen über die richtige Art des Regierens mit der politischen Praxis in Beziehung zu setzen. |
| Literatur |
- Fürstenspiegel der Frühen Neuzeit, hg. von Hans-Otto Mühleisen, Theo Stammen und Michael Philipp (Bibliothek des deutschen Staatsdenkens 6), Frankfurt am Main/Leipzig 1997;
- Die gute Regierung. Fürstenspiegel von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von Mariano Delgado und Volker Leppin (Studien zur christlichen Religions- und Kulturgeschichte 24), Fribourg/Stuttgart 2017.
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