| Kommentar |
Der Tod eines mittelalterlichen Herrschers bedeutete nicht nur für dessen Familie sondern auch für die davon tangierten politischen Kräfte ein markantes Ereignis, mitunter eine markante Zäsur. Für den nachfolgenden Herrscher galt es, sich zum Verstorbenen zu positionieren. Insbesondere in Fällen dynastischer Kontinuität spielte der Umgang mit dem Tod des Vorgängers nicht nur eine gefühls- und glaubensmotivierte sondern zumeist auch eine herrschaftslegitimierende Rolle. So wurden im Kreislauf des Lebens nicht nur Hochzeiten und ihre Ausgestaltung zu hochpolitischen Ereignissen, sondern ebenso Beisetzungsfeierlichkeiten und das Totengedenken. Die Übung beschäftigt sich quellennah mit unterschiedlichen Aspekten des Todes des Herrschers, die mit dem Untertitel der unten angeführten Arbeit von Helga Czerny recht gut umrissen werden: Vorbereitungen – Sterben – Trauerfeierlichkeiten – Grablegen – Memoria. Der Schwerpunkt der Übung liegt im Spätmittelalter, beschränkt sich aber nicht auf dieses. Vor den Teilnehmern wird die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit u.a. in Form von Referaten und Diskussionsbeiträgen erwartet.
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| Literatur |
Der Tod des Mächtigen. Kult und Kultur des Todes spätmittelalterlicher Herrscher, hrsg. von LOTHAR KOLMER, Paderborn 1997. RUDOLF J. MEYER, Königs- und Kaiserbegräbnisse im Spätmittelalter. Von Rudolf von Habsburg bis zu Friedrich III. (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, Beihefte zu J.F. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 19), Köln u. a. 2000. CORNELL BABENDERERDE, Sterben, Tod, Begräbnis und liturgisches Gedächtnis bei weltlichen Reichsfürsten des Spätmittelalters (Residenzenforschung, 19), Ostfildern 2006. HELGA CZERNY, Der Tod der bayerischen Herzöge im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit 1347-1579. Vorbereitungen – Sterben – Trauerfeierlichkeiten – Grablegen – Memoria (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 146), München 2005. |