Die ethnografische Erforschung digitalisierter Welten
Digitalisierte Welten (Seminar) Die Idee der digitalen Gesellschaft prägt den öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Diskurs. Dabei fungiert der Begriff im öffentlichen Diskurs als ein recht vages politisches Schlagwort, mit dem Gestaltideen in Bezug auf gegenwärtige gesellschaftliche Veränderungsprozesse verbunden sind (Digitalisierung von Schulen, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, etc.). Was jedoch bedeutet Digitali-sierung aus Perspektive der Handelnden? Der kommunikationswissenschaftliche Mediatisierungs-ansatz beschreibt Digitalisierung als eine zunehmende Prägung gesellschaftlicher Praktiken und Sinngebungsprozesse durch digitale Medien. Die Autoren sprechen von tiefgreifend mediatisierten Welten um zu markieren, dass mit der Digitalisierung ein neues Ausmaß von Mediatisierung erreicht sei. Im Seminar wollen wir uns mit dem Konzept der Digitalisierung auseinandersetzen und verschiedene Aspekte digitalisierter Welten, vor allem des medialen Alltags, betrachten. Wir wollen den Prozess der Digitalisierung dabei aus Individualperspektive untersuchen, und uns mit verschiedenen Fragen medialer oder mediatisierter Praktiken (Medienaneignung) in unterschiedlichen sozialen Kon-texten beschäftigen. Das Theorieseminar liefert dazu die theoretischen Grundlagen, die im Metho-denseminar zugleich empirisch aufgegriffen werden sollen.
Die Methode der Ethnografie zur Erforschung digitalisierter Welten (Seminar) Die empirische Analyse mediatisierter sozialer Praktiken und Lebenswelten lässt sich im Rahmen ethnografischer Feldforschung betreiben. Bei dieser besonderen Form der qualitativen Sozialfor-schung hat der Forscher einen andauernden Kontakt mit den Teilnehmern seines Forschungsfeldes und kombiniert unterschiedliche Methoden. Der Kontakt kann direkt (z. B. in Klassenzimmern) oder virtuell erfolgen. Wir werden uns im Seminar mit der Methode der Ethnografie vertraut machen und Aspekte digitalisierter Welten selbst ethnografisch erforschen.
Beide Seminare sind inhaltlich auf einander bezogen und organisatorisch verknüpft. Vorausgesetzt wird daher eine Teilnahme an beiden Veranstaltungen, ein Interesse an empirischer Feldforschung und die Bereitschaft selbst kleinere Forschungsprozesse durchzuführen. |