| Kommentar |
Das Konzept der persönlichen Selbstdarstellung in sozialen Interaktionen, das sogenannte Impression Management, ist ursprünglich auf Personen bezogen. Bei der heute üblichen Übertragung auf Organisationen ist daher zunächst zu klären, inwiefern im organisationalen Kontext die gleichen Rahmenbedingungen zur Selbstdarstellung vorliegen. Daran schließen sich zahlreiche Fragen an: Ist es möglich, dass Organisationen eine Identität ausbilden? Wie können sie charakteristische Werte, Lebensgeschichten und Selbstbilder vermitteln? Und wie weit können Public Relations bei der Gestaltung solcher Selbstbeschreibungen gehen, ohne fiktive Informationen und Erzählungen zu konstruieren? Um den Phänomenen des Impression Managements auf den Grund zu gehen, wird zu Beginn des Seminars der Themenkomplex ‚Identität und Werte von Organisationen‘ behandelt. Dabei stehen die Konzepte der Corporate Identity und Organisationidentität im Vordergrund. Daran anschließend werden theoretische Hintergründe und Instrumente zur Konstruktion von Selbstbildern diskutiert, z.B.: Image und Mythen (Neo-Institutionalismus), Markenidentität (Marketing) und interne Führung/Leadership (Ökonomie/Psychologie). Vor diesem Hintergrund können im zweiten Teil des Seminars die Chancen und Risiken des Impression Managements aus organisationaler, aber auch aus gesellschaftlicher Perspektive abgewogen und in Hinblick auf das im parallellaufenden Praxisseminar durchgeführte Projekt diskutiert werden. Ziel des Seminars ist es, Voraussetzungen und Grundlagen zur Entwicklung angemessener ‚Identitäten‘ für Organisationen zu erarbeiten. |