| Kommentar |
In der politischen Kommunikation gehören Wertkonflikte zum Alltagsgeschäft. Das liegt vor allem daran, dass politische Akteure, wie Parteien, Verbände, Regierungen und soziale Bewegungen, mit widersprüchlichen Interessen unterschiedlichster Anspruchsgruppen konfrontiert sind und diese kommunikativ adressieren müssen. Hinzu kommt, dass politische Fragen oft mit kontroversen ge-sellschaftlichen Debatten einhergehen und dass politische Akteure, insbesondere in Wahlkampfzei-ten, unter hohem Druck stehen, in der eng umkämpfenden medialen Arena öffentliche Aufmerksam-keit zu generieren. Umso dringlicher stellen sich die Fragen, wie Entscheider in der politischen PR moralische Konflikte, etwa zwischen Wahrheit und Loyalität zur Partei, oder zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und Partikularinteressen, lösen können und welchen Werten sie selbst verpflich-tet sind. In der Vorlesung werden Grundlagen normativer und deskriptiver Ethik erarbeitet und zentrale An-sätze der PR-Ethik diskutiert. Die Betrachtung reicht von klassischen Ansätzen der Prinzipien- und Verantwortungsethik, die sich in PR-Ethikkodizes widerspiegeln, bis hin zu modernen humanistisch orientierten Ansätzen, die die Verantwortung des Individuums und seine psychologische Konstitution in den Blick nehmen. Inwiefern die vorgestellten Ansätze die moralische Entscheidungsfindung in der politischen PR erleichtern, wird im Rahmen der Vorlesung interaktiv anhand von Praxisbeispielen erprobt. |