| Kommentar |
Seit der Antike fungieren Münzen als Zahlungsmittel. In der Frühen Neuzeit wurden sie aber auch verstärkt herangezogen, um als Träger von Botschaften zu dienen. Im Kontext fürstlicher Repräsentation spielt dabei die Erinnerung eine große Rolle – mit speziellen Gedenkprägungen sollte schließlich die eigene Dynastie legitimiert werden. Die Anlässe für die Ausgabe solcher Stücke konnten sehr unterschiedlich sein; sie reichen von tagespolitischen Ereignissen (Friedensschlüssen) über Jubiläen (Reformation) bis hin zu dynastieeigenen Begebenheiten (Geburt, Vermählung, Tod). Stets ist aber zu beachten, dass diese Gepräge im Unterschied zu Medaillen Zahlkraft besaßen. Mit ihnen konnte und wurde bezahlt, was nicht zuletzt durch Umlaufspuren und ihr Vorkommen in Münzfunden belegt ist. Im Seminar wird nun der Frage nachgegangen, welche Fürsten im Alten Reich zu welchen Anlässen Gedenkmünzen prägten. Aber nicht nur die Stücke selbst erfahren Beachtung, auch deren Rezeption gilt es zu hinterfragen. Da Münzen mit einer Erinnerung stiftenden Funktion bis in die Gegenwart ausgegeben werden, soll ein vergleichender Blick weitere Einsichten vermitteln. |
| Literatur |
Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, begründet von Arnold, P./Küthmann, H./Steinhilber, H., neu bearbeitet und erweitert von Faß-Bender, D., München 242009. Schön, G., Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert [Deutschland, Österreich, Schweiz], München 42008. Dethlefs, G./Steguweit, W-(Hgg.), GeldKunst. KunstGeld. Deutsche Gedenkmünzen seit 1949. Gestaltung und Gestalter (Die Kunstmedaille in Deutschland, 22), Osnabrück 2005. |