| Kommentar |
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, was eine fürstliche Residenz in der Frühen Neuzeit auszeichnet. Es werden die politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Grundstrukturen in dynastisch-herrschaftlichen Zentral- und Hauptorten im Alten Reich behandelt. Dabei richtet sich der Blick nach Mitteldeutschland, denn gerade die thüringische Kleinstaatenwelt brachte eine Vielzahl von Residenzen hervor („Land der Residenzen“). In der Lehrveranstaltung werden sowohl die Beziehungen zwischen Fürst und Stadt, als auch zwischen Hof und Gemeinde beleuchtet. Weiterhin geht es um Formen und Praktiken der Repräsentationen sozialer und politischer Ordnungen in den Residenzstädten. Dazu zählen bildkünstlerische Medien, Architektur, städtebauliche Programme und Entwürfe, Sammlungen aller Art sowie die Formen und Praktiken der Feste und des Zeremoniells. Eine Exkursion zur Landesausstellung „Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa“ in Gotha und Weimar ist geplant. |
| Literatur |
Allgemein wird auf die Veröffentlichungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen verwiesen. Einführend zu Thüringen: Geschichte Thüringens, hg. von Hans Patze und Walter Schlesinger, Bde. 2-6 (Mitteldeutsche Forschungen, 48/II-VI), Köln/Wien 1967-1979. Residenzkultur in Thüringen vom 16. bis 19. Jahrhundert, hg. von Roswitha Jacobsen (Palmbau Texte. Kulturgeschichte 8), Bucha bei Jena 1999. Die Wettiner in Thüringen. Geschichte und Kultur in Deutschlands Mitte, hg. von Hans Hoffmeister und Volker Wahl, Arnstadt/Weimar 1999. Neu entdeckt: Thüringen – Land der Residenzen, hg. von Konrad Scheurmann und Jördis Frank, 2 Bde., Mainz 2004. Steffen Raßloff: Geschichte Thüringens, München 2010. |