| Kommentar |
Die Askanier, eine mitteldeutsche Dynastie mit den Stammburgen Aschersleben, Anhalt und Ballenstedt, waren im Mittelalter eine weitverzweigte Herrscherfamilie. Mitglieder dieses Hauses begründeten 1157 die Markgrafschaft Brandenburg und beherrschten sie bis 1319, trugen ab 1180 den Titel eines Herzogs von Sachsen und regierten im Fürstentum Anhalt. Damit hatten sie zeitweilig eine beherrschende Stellung inne, zumal sich mit der Herrschaft in Brandenburg und Sachsen jeweils der Einfluss eines Kurfürsten verband, die Territorien also nicht aus-schließlich von regionalgeschichtlicher sondern auch von reichsgeschichtlicher Bedeutung waren. Das Proseminar unternimmt es, die Herrschaftsumstände der Askanier in ihren einzelnen Territorien zu beleuchten. Eine Exkursion auf den Spuren der Askanier im Sommersemester 2015 in der Projektwoche nach Pfingsten wird bei entsprechendem Interesse ins Auge gefasst.
Von den Teilnehmern wird kontinuierliche Beteiligung und die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit z.B. durch Übernahme von Referaten und Diskussionsbeiträgen erwartet. |
| Literatur |
GERD HEINRICH: Askanier, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1, München/Zürich 1980, Sp. 1109-1112.
HELMUT ASSING: Askanier, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Ein dynastisch-topographisches Handbuch, Teilbd. 1: Dynastien und Höfe, hg. v. WERNER PARAVICINI, bearb. von Jan Hirschbiegel/Jörg Wettlaufer (Residenzenforschung, Bd. 15.1.1), Ostfildern 2003, S. 31-37.
EBERHARD SCHMIDT: Die Mark Brandenburg unter den Askaniern (1134-1320) (Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 71), Köln/Wien 1973.
JÖRG MEYN: Vom spätmittelalterlichen Gebietsherzogtum zum frühzeitlichen "Territorialstaat": Das askanische Herzogtum Sachsen 1180-1543 (Schriftenreihe der Stiftung Herzogtum Lauenburg, Bd. 20), Hamburg 1995.
HERMANN WÄSCHKE: Anhaltische Geschichte, Bd. 1: Geschichte Anhalts von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters, Cöthen 1912. |