| Kommentar |
Noch heute wird darüber diskutiert, ob Albrecht von Wallenstein ein grausamer Kriegsherr oder ein begnadeter Reformer war. Gerade auch im Hinblick auf sein Wirken als Herzog von Mecklenburg soll diese Frage im Mittelpunkt des Seminars stehen. Besondere Aufmerksamkeit erfahren zudem die von ihm unternommenen Anstrengungen, um seine Herrschaft zu repräsentieren. Daneben geht es um das Bild Wallensteins in der Historiographie. Treffend formulierte der kürzlich verstorbene Greifswalder Historiker Herbert Langer: „Alle Chancen mit Geschick und Glück nutzend, stieg Wallenstein im kaiserlichen Dienst zu höchsten Rängen auf und zählt überdies zu den problematischsten Figuren der europäischen Geschichte. In dem kometenhaften Aufstieg lag indes auch eine der Ursachen für seinen Sturz. Das Faszinosum Wallenstein fordert Wissenschaft und Kunst immer wieder zur Betrachtung großer Geschichte heraus, denn es liefert alle Ingredienzen: Macht, Erfolg, Reichtum, Prunk, Neid, Hass, Intrigen, Verrat, Krieg und Frieden.“ |
| Literatur |
Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann, Frankfurt am Main 1971.
HERBERT LANGER, Hortus bellicus. Der Dreißigjährige Krieg. Eine Kulturgeschichte, 3. überarb. Auflage, Leipzig 1982.
JOSEF POLIŠENSKÝ, JOSEF KOLLMANN, Wallenstein. Feldherr des Dreißigjährigen Krieges, Köln/Weimar/Wien 1997.
ROBERT REBITSCH, Wallenstein. Biographie eines Machtmenschen, Wien/Köln/Weimar 2010.
Georg Schmidt, Der Dreißigjährige Krieg, 8. durchgesehene und aktualisierte Auflage, München 2010.
Terra felix Mecklenburg – Wallenstein in Norddeutschland. Fiktion und Machtkalkül des Herzogs von Mecklenburg, Internationale Tagung 7.–9. November 2008 auf Schloss Güstrow, hg. von: Staatliches Museum Schwerin, Kunstsammlungen, Schlösser und Gärten, Landesmarketing Mecklenburg-Vorpommern (Publikationen des Lehrstuhls für Nordische Geschichte 12), Greifswald 2010. |