Beide Seminare des Moduls sind sowohl inhaltlich als auch terminlich miteinander verknüpft.
Die Diskussion um die Auswirkungen von Gewaltdarstellungen in den Medien ist nicht nur Gegenstand kommunikationswissenschaftlicher Forschung, sondern auch stetes Thema der öffentlichen Diskussion. Spektakuläre Gewalttaten im Kontext zunehmend gewalthaltigerer Inhalte – sei es in Form von Computerspielen oder Fernsehinhalten – erzeugen regelmäßig öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema. „Die Medien werden dabei allerdings oft vorschnell zum Sündenbock gestempelt, ohne Forschungsbefunde zur Kenntnis zu nehmen, die für erheblich differenziertere Zusammenhänge sprechen.“ (Kunczik/Zipfel 2004).
Im theoretischen Teil des Seminars werden wir uns daher mit eben diesen Forschungsbefunden sowie Nutzungsmotiven, Wirkungstheorien und Einflussvariablen auseinandersetzen und den Gewaltbegriff sowie verschiedene Formen von Gewalt in unterschiedlichen medialen Kontexten berücksichtigen. Im anschließenden praktischen Teil gilt es vor diesem theoretischen Hintergrund und mit Hilfe entsprechender sozialwissenschaftlicher Methoden, Ideen für eigene kleine Forschungsprojekte zu entwickeln, in denen bspw. Medieninhalte auf ihre Gewaltdarstellungen untersucht werden oder theoretisch hergeleitete Gewaltindizes durch Befragungen oder kleine Experimente validiert werden. Ziel des Seminars ist es, sich vor dem Hintergrund des Forschungsstandes kritisch mit populärwissenschaftlichen Wirkungsvorstellungen auseinanderzusetzen und entsprechende Messungen von Gewalt in den Medien selbst zu erproben. Damit sollen sowohl theoretische als auch methodische Kenntnisse zum Thema Medien und Gewalt vermittelt werden. |