| Kommentar |
Seit es Karl dem Großen zu Weihnachten 800 gelang, das weströmische Kaisertum zu erneuern und an sich zu binden, und Papst Leo III. es vermochte, in einem symbolträchtigen Akt dem Frankenkönig die Kaiserkrone aus das Haupt zu setzen, sind die beiden ranghöchsten europäischen Gewalten auf das Engste miteinander verknüpft. Seit Otto I. 962 die Kaiserwürde erneut aufleben ließ und damit an das deutsche Königtum band, blieb das Kaisertum bis zum Ende des Mittelalters mit diesem Königtum verbunden. Dominierte zunächst die weltliche Gewalt eindeutig die geistliche, brach schon im 11. Jahrhundert der Kampf zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft um den Vorrang mit einer Härte aus, dass die Zeitgenossen meinten, die gesellschaftliche Ordnung würde in ihren Grundfesten erschüttert. Päpstliche Vorstellungen von einem absoluten Primat der geistlichen Macht gegenüber der weltlichen blieben allerdings letztendlich Wunschträume. Das Proseminar verfolgt dieses wechselvolle Verhältnis von seinen Anfängen in fränkischer Zeit bis zum Ende der Stauferzeit. Die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zur Übernahme eines Referates wird bei den Teilnehmern vorausgesetzt. Der Erwerb eines Proseminarscheins erfordert zudem die Abgabe einer Seminararbeit. |
| Literatur |
BERND SCHNEIDMÜLLER: Die Kaiser des Mittelalters. Von Karl dem Großen bis Maximilian I. (C. H. Beck Wissen), München 2006.
BERNHARD SCHIMMELPFENNIG: Das Papsttum. Von der Antike bis zur Renaissance, bibliographisch bearb. und aktualisiert von Elke Goez, Darmstadt 62009. |