| Kommentar |
Im Zuge des Zweiten Weltkriegs verschleppten die Deutschen 12 bis 13 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit ins Reich und beschäftigte viele weitere Millionen unter Zwang in den besetzten Gebieten. Damit schufen die Nationalsozialisten eine extrem heterogene Bevölkerung, in der die ausländischen Arbeitskräfte diskriminiert, entrechtet und nicht selten bis zum Tode ausgebeutet wurden. Die Perspektivbildung der Geschichtswissenschaft, mit der wir uns im Seminar befassen werden, umfasst Ansatzpunkte von der Makroebene der Bevölkerungspolitik und Rassenideologie bis zur Mikroebene der alltäglichen Begegnungen zwischen Deutschen und ausländischen Zwangsarbeitenden, die flächendeckend bis in die kleinsten Dörfer Normalität wurden. |
| Literatur |
Insa Eschebach, Christine Glauning, Silke Schneider (Hg.): Verbotener Umgang mit "Fremdvölkischen". Kriminalisierung und Verfolgungspraxis im Nationalsozialismus, Berlin 2023. Mark Spoerer: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz. Ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa 1939 – 1945, Stuttgart 2001. |