Das vierstündige Modul beschäftigt sich vertieft mit dem Wahlverhalten in Deutschland. Warum beteiligen sich Menschen an Wahlen, und welche Faktoren bestimmen ihre Parteiwahl? Behandelt werden grundlegende Theorien der Wahlforschung, zentrale empirische Muster sowie deren Veränderung im Zeitverlauf.
Aktuelle Forschungsfragen nehmen breiten Raum ein. Dazu zählen etwa das Wahlverhalten junger Menschen, die politische Integration und Mobilisierung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte, die sich verändernde Bedeutung gesellschaftlicher Konfliktlinien sowie das Zusammenspiel individueller Entscheidungen mit sozialen, räumlichen und institutionellen Bedingungen. Neben Bundestagswahlen werden Wahlen auf Landes-, europäischer und kommunaler Ebene sowie die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Wahlebenen thematisiert. Raum besteht zudem für individuelle Schwerpunkte, etwa zur historischen Wahlforschung, zum Verhältnis von Erst- und Zweitstimmen oder zu kommunalen Wahlen.
Das Seminar führt außerdem in unterschiedliche Datenquellen der Wahlforschung ein. Die vielseitig nutzbaren Erhebungen der German Longitudinal Election Study (GLES) zur Bundestagswahl 2025 dienen dabei als ein zentrales Beispiel. Daneben werden unter anderem die Immigrant German Election Study, Landtagswahlstudien und aggregierte Wahldaten vorgestellt. Die Studierenden lernen, welche Forschungsfragen sich mit den jeweiligen Daten untersuchen lassen und wo deren Grenzen liegen. |