| Kommentar |
Backstein gehört zu den ältesten und zugleich bis heute gebräuchlichen Baumaterialien der Architektur. Seine Geschichte reicht von den frühen Hochkulturen und der römischen Antike über die mittelalterliche Backsteinarchitektur und die Industrialisierung bis zur Moderne und Gegenwart. Dabei war der Backstein nie nur ein konstruktives Mittel: Material, Herstellungsverfahren, Formate, Verbände, Oberflächen und Farbigkeit bestimmen wesentlich die Erscheinung von Architektur und sind zugleich von technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen abhängig.
Das Einführungsseminar nimmt den Backstein zum Ausgangspunkt für einen Überblick über zentrale Epochen und Fragestellungen der Architekturgeschichte. An ausgewählten Bauten untersuchen wir, wie sich Herstellung und Verwendung des Materials historisch verändern, welche konstruktiven und gestalterischen Möglichkeiten sich daraus ergeben und wie Backstein in unterschiedlichen Kontexten ästhetisch und semantisch "aufgeladen" wird. Zugleich führt das Seminar in grundlegende Methoden der kunsthistorischen Architekturanalyse ein: das genaue Beschreiben von Bauten, den Umgang mit Grund- und Aufrissen sowie historischen Quellen und die Einordnung einzelner Werke in größere architektur- und kulturgeschichtliche Zusammenhänge. |
| Literatur |
Thomas Beyer (Hg.), Backsteingotik in Norddeutschland. Kirchenbauten des Mittelalters – Symbole der Gegenwart, Köln 1996.
James W. P. Campbell / Will Pryce, Brick. A World History, London 2016.
Angela Pfotenhauer / Florian Monheim, Backsteingotik, Bonn 2000. |