| Kommentar |
Was macht eine Grenze sichtbar und wen macht sie unsichtbar? Welche medialen Techniken der Identifikation, Überwachung und Selektion konfigurieren das europäische Migrations- und Grenzregime? Inwiefern reproduzieren oder reflektieren literarische, filmische und künstlerische Praktiken geographische und juristische Grenzziehungen und gewaltvolle Inklusions- und Exklusionsmechanismen? Und wie verändern mediale Verfahren die ästhetische Gestaltung von Texten und Bildern, wenn sie selbst an der Hervorbringung und Gestaltung von Grenzregimen beteiligt sind?
Das Seminar widmet sich dem europäischen Grenzregime als diskursivem und medialem Dispositiv und nimmt Entwicklungen seit den 2000ern in den Blick. Ausgehend von Erkenntnissen der interdisziplinären Border Studies verbindet es literatur-, kultur- und medienwissenschaftliche Zugänge und diskutiert Grenzen als mehrdeutige, fluide und heterogene Anordnungen, die eine „world-configuring function“ performen (Balibar, 2002). Im Fokus stehen Texte, die mediale Verfahren der Un/Sichtbarmachung aus intersektionaler Perspektive reflektieren, Migration, Transit und Grenzpassage darstellen und dabei territoriale Epistemologien in Frage stellen, u.a. von Hito Steyerl, Anna Seghers, Christian Petzold, Angelina Maccarone, Anna Yeliz Schentke und Amel Alzakout.
Das Seminar ist für Studierende der Gender Studies geöffnet. |