| Kommentar |
„Daß man erzählte, wirklich erzählte, das muß vor meiner Zeit gewesen sein”, heißt es in Rainer Maria Rilkes Prosatext Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1911), der bis heute als Paradigma des modernen Großstadtromans gilt. Rilkes Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906), Lu Märtens Torso. Das Buch eines Kindes (1907) und Franz Kafkas Der Verschollene (postum 1927), vier Texte, die im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts entstanden sind, verabschieden sich von der Romantradition des 19. Jahrhunderts und entwerfen neue Formen des Erzählens.
Das Seminar wird diese Romane mit Blick auf ihre modernen Erzählverfahren, Subjektentwürfe und Wahrnehmungskonzepte sowie zentrale Themenbereiche (Geschlechterrollen, Institution und Macht, Großstadt, Klassengesellschaft und Arbeiter*innenrechte) diskutieren.
Vorausgesetzt wird die Lust am Lesen, Denken und Diskutieren sowie die Kenntnis von Musils Roman Die Verwirrungen des Zöglings Törleß, mit dessen Diskussion wir zu Beginn des Semesters starten. |
| Literatur |
Bitte besorgen Sie sich die folgenden drei Romane in genannter Ausgabe in Printform:
Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Text und Kommentar. Suhrkamp BasisBibliothek. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2026.
Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. v. Manfred Engel. Ditzingen: Reclam 1997.
Franz Kafka: Der Verschollene. Originalfassung. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch 2017.
Alle anderen Texte werden via Moodle zur Verfügung gestellt. |