| Kommentar |
Nicht Siegfried aus dem ‚Nibelungenlied‘, sondern Dietrich von Bern ist der bekannteste und ‚beste‘ Held des Mittelalters. Er ist Protagonist einer Reihe von Epen, in einem von ihnen bezwingt er Siegfried, der schließlich vor Dietrich flieht. Die überlieferten Epen lassen sich im Wesentlichen in zwei große Gruppen teilen: In der sogenannten ‚Historischen Dietrichepik‘ befindet sich Dietrich bei Etzel (Attila) im Exil; in der ‚Aventiurehaften Dietrichepik‘ kämpft er gegen Drachen, Riesen und Zwerge. In Dietrich von Bern spiegelt sich der historisch verbürgte Ostgotenkönig Theoderich der Große (451/56–526). Auszugehen ist von einer jahrhundertelangen mündlichen Sagentradition, die auf historischen Ereignissen und Personen fußt, bevor Erzählungen von Dietrich im 13. Jahrhundert auch in die Schriftlichkeit Eingang finden. Im Seminar wird jeweils ein Epos aus beiden Gruppen besprochen. Ziel ist es, eine Übersicht über die Texte zu gewinnen, ihre künstlerischen Qualitäten zu erkennen und sie in ihren spezifischen Produktions-, Überlieferungs- und Wirkungszusammenhängen zu erschließen. |
| Literatur |
Einführungen:
Joachim Heinzle, Einführung in die mittelhochdeutsche Dietrichepik, Berlin/New York 1999.
Elisabeth Lienert, Mittelhochdeutsche Heldenepik. Eine Einführung. Berlin 2015 (Grundlagen der Germanistik 58). |