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Mo 16-18 Nutzung und Wirkung sozialer Medien in Organisationen (Seminar) Kerstin Thummes, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, SR 2.31; max. 20 TN In diesem Seminar wird der Forschungsstand zur Nutzung und Wirkung sozialer Medien anhand ausgewählter Studien reflektiert und auf die interne Kommunikation in Organisationen übertragen. Soziale Medien werden als Form der Online-Kommunikation eingeordnet und charakterisiert. Phänomene der Nutzung und Wirkung sozialer Medien, wie das Privacy Paradox, Authenticity Paradox oder Connectivity Paradox, werden analysiert und deren Implikationen für den Einsatz sozialer Medien in der internen Organisationskommunikation diskutiert. Spezifische Herausforderungen der Nutzung sozialer Medien im Arbeitskontext, wie Cybermobbing oder digitaler Stress, werden berücksichtigt. Die Lehrveranstaltung ist so aufgebaut, dass in jeder Sitzung einzelne empirische Studien zunächst detailliert ausgewertet und kritisch reflektiert werden. Anschließend werden die Erkenntnisse in Form einer praktischen Fallstudie auf ein Beispiel der internen Organisationskommunikation über-tragen. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden Strukturen und Mechanismen der Nutzung und Wirkung sozialer Medien verstehen und Ergebnisse empirischer Studien einordnen und beurteilen können. Außerdem wird die Kompetenz trainiert, Erkenntnisse der kommunikationswissenschaftlichen For-schung auf kommunikationspraktische Probleme in Organisationen anzuwenden. Die Prüfungsleistung erfolgt in Form einer Portfolioprüfung mit einem mündlichen und einem schriftlichen Anteil in Form der Erstellung eines Reviews zu einer wissenschaftlichen Studie. Mi 10-12 Kritische Theorie der Social Media-Plattformen und der ‚KI‘ (Seminar) Klaus Beck, Ernst-Lohmeyer-Platz 1, SR 3.23/3.24 (Klassenzimmer der Zukunft); max. 20 TN zum Moodle-Kurs Sharing, Transparenz, Empowerment, Community, Kooperation, Inspiration – mit diesen Begriffen werden soziale Praktiken und kulturelle Regeln der Kommunikation mittels ‚Social Media‘ beschrieben. In der öffentlichen wie in der strategischen Kommunikation kommerzieller, zivilgesell-schaftlicher und politischer Akteure werden algorithmengesteuerte Plattformen als revolutionäre technische Lösungen sozialer und politischer Probleme gehandelt: Neue Formen politischer und gesellschaftlicher Partizipation, Demokratisierung von Öffentlichkeit, Artikulation marginalisierter und ressourcenschwacher Gruppen, Ort der individuellen Kreativität und Wissensproduktion, eine Ökonomie des Teilens unter Freunden etc. zählen zu den Verheißungen ‚der Digitalisierung.‘ Die LargeLanguageModelle (LLM) der sog. ‚Künstlichen Intelligenz‘ werden mitunter als nächster Schritt der ‚digitalen Revolution‘ gefeiert und gefürchtet: Automatisierung geistiger Tätigkeiten, objektive Entscheidungen, Vernichtung von Arbeitsplätzen und Verlust kognitiver Fähigkeiten werden diskutiert. Aus der Sicht einer kritischen Kommunikationswissenschaft sind diese Gefahren und Versprechen empirisch und (ideologie)kritisch zu hinterfragen - ebenso wie weite Teile angewandter und akademischer, affirmativer Forschung. Im Seminar sollen vor dem Hintergrund kritischer Theorien und kommunikationsethischer Überlegungen Fallstudien verschiedener ‚Social Media‘-Plattformen durchgeführt werden. Im ersten Teil werden theoretische und analytische Grundlagen anhand von Textlektüren und -diskussionen erarbeitet, an die Fallstudien (z.B. Instagram, Facebook, YouTube, Tiktok, ChatGPT) anschließen. Zum Abschluss sollen politische und ethische Probleme sowie Handlungsoptionen entwickelt und die Möglichkeit alternativer Plattformorganisation diskutiert werden. Die Bereitschaft zur umfangreichen Textlektüre und die Fähigkeit zur kritischen Texterschließung sind Voraussetzungen für die aktive und erfolgreiche Teilnahme an der Veranstaltung. Social media is often celebrated for fostering sharing, transparency, empowerment, and community — promising to revolutionize political participation, democratize public discourse, and amplify marginalized voices. Algorithmdriven platforms and Large Language Models (LLMs) are hailed (or feared) as the next step in this ”digital revolution,” raising questions about automation, job displacement, and cognitive impacts. This seminar critically examines these claims and risks from a communication studies perspective. |