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Mo 14-16 Ethik und moralische Praktiken in der strategischen politischen Kommunikation (Voresung) Kerstin Thummes, Ernst-Lohmeyer-Platz 3, SR 2.31; max. 20 TN zum Moodle-Kurs Do 10-12 Ethik und moralische Praktiken in der strategischen politischen Kommunikation (Seminar) Carla Koppe, Ernst-Lohmeyer-Platz 1, SR 3.23/3.24 (Klassenzimmer der Zukunft); max. 20 TN zum Moodle-Kurs In der politischen Kommunikation gehören Wertkonflikte zum Alltagsgeschäft. Das liegt vor allem daran, dass politische Akteure, wie Parteien, Verbände, Regierungen und soziale Bewegungen, mit widersprüchlichen Interessen unterschiedlichster Anspruchsgruppen konfrontiert sind und diese kommunikativ adressieren müssen. Hinzu kommt, dass politische Fragen oft mit kontroversen gesellschaftlichen Debatten einhergehen und dass politische Akteure, insbesondere in Wahlkampfzeiten, unter hohem Druck stehen, in der eng umkämpfenden medialen Arena öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren. Auch Unternehmen bringen sich durch sogenannte Public Affairs Kommunikation in politische Debatten ein. Sie versuchen durch eigene Kampagnen oder vermittelt über Interessenverbände öffentlichen Druck aufzubauen, um Gesetzgebungsverfahren zu beeinflussen. In politischen Fragen sind sie ebenfalls oft mit heterogenen Anspruchsgruppen konfrontiert und zugleich nutzen sie Konflikte, um sich in kontroversen Debatten öffentlichkeitswirksam zu positionieren. Für alle benannten Organisationstypen stellen sich die Fragen, wie Entscheider*innen in der strategischen politischen Kommunikation moralische Konflikte, etwa zwischen Wahrheit und Loyalität zur Organisation, oder zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und Partikularinteressen, lösen können und welchen Werten sie selbst verpflichtet sind. In der Vorlesung werden Grundlagen normativer und deskriptiver Ethik erarbeitet und zentrale Ansätze der PA-Ethik diskutiert. Die Betrachtung reicht von klassischen Ansätzen der Prinzipien- und Verantwortungsethik, die sich in Ethikkodizes der Kommunikationsbranche widerspiegeln, bis hin zu modernen humanistisch orientierten Ansätzen, die die Verantwortung des Individuums und seine psychologische Konstitution in den Blick nehmen. Inwiefern die vorgestellten Ansätze die moralische Entscheidungsfindung in der Interessenvertretung erleichtern, wird im Rahmen des Semi-nars vertiefend analysiert und interaktiv anhand von Praxisbeispielen erprobt. Daran anknüpfend werden Teilnehmer*innen Strategien, Wirkungen und moralische Konflikte der Public Affairs an-hand von Fallstudien untersuchen und in Form einer Hausarbeit dokumentieren. |