| Kommentar |
Im Zuge des material turn, der die Literaturwissenschaften von den Kulturwissenschaften aus erreichte, wurden zahlreiche Versuche unternommen, die Bedeutung von Gegenständen in Texten genauer zu fassen. Um diesen Zugang zu systematisieren, wurden mehrere Theorien entworfen und in Anlehnung an die Theorien diverse Methoden entworfen, die als Leitfaden zur Erschließung der Bedeutung dienen sollten, beispielsweise unter den Schlagworten der Dingbiographie, des Dingitinerars oder der Objektgeschichte. Die Fokussierung auf die Bedeutung der Dinge verschob allerdings den Blick weg von deren Funktionalität. Es kann jedoch lohnend sein, die Anregung des Ecocriticism aufzugreifen, dessen Kernforderung es unter anderem ist, Handlung vor dem Hintergrund des physisch-geographischen Umfeldes, in dem sie angesiedelt ist, zu betrachten und die Darstellung des Umfeldes in den Mittelpunkt zu rücken. Es soll also in dieser Veranstaltung der Versuch unternommen werden, Gegenstände in der altnordischen Literatur (vornehmlich Sagaliteratur, aber auch eddische und skaldische Dichtung) aus dem Blickwinkel ihrer realweltlichen Funktionalität zu betrachten. Während das für modernere Literaturen leicht zu bewerkstelligen ist, muss für mittelalterliche Texte auf das Wissen der Realienkunde oder das der Archäologie zurückgegriffen werden. Dieser zusätzliche Blickwinkel ermöglicht einen weiteren Zugang zu den Texten, der ohne das entsprechende realienkundliche Hintergrundwissen verschlossen bleibt. Um diesen Zugang zu demonstrieren, sollen ausgewählte Stellen der altnordischen Literatur – unter anderem aus der Gísla saga, der Gautreks saga konungs und dem Grottasongr – gelesen und vor einem archäologisch-realienkundlichem Hintergrund einer neuen Analyse unterzogen werden. Termine: Fr, 17.04. & Fr, 24.04. 12–14 Uhr; Fr, 03.07., Fr, 10.07., Fr, 17.07. & 24.07. 12:00–17:00 Uhr s.t. |
| Bemerkung |
Termine: Mi, 15.04. & Mi, 22.04. 10–12 Uhr; Fr, 03.07., Fr, 10.07., Fr, 17.07. & 24.07. 12:00–17:00 Uhr s.t. |
| Voraussetzungen |
Grundkenntnisse in einer festlandskandinavischen Sprache, die Bereitschaft, wissenschaftliche Texte auf Englisch und in den skandinavischen Sprachen zu lesen sowie ein Referat zu halten. Kenntnisse des Altnordischen und anderer toter Sprachen sind von Vorteil, auch wenn die Lektüre der Quelltexte in Übersetzung erfolgt. |
| Zielgruppe |
B.A. Skandinavistik (PO 2019), Modul: 5a, 7 B.A. Optionale Studien, Modul: 5b B.A. General Studies (PSO 2012), Modul: 37, 38 B.Sc. Geographie (PO 2021), Modul: W6.5a M.A. LaDy (PO 2014), Modul: Skand-7 M.A. History and Culture of the Baltic Sea Region, Modul: Skan-7 M.A. Kunstgeschichte (PSO 2020), Modul: 5a/b Lehramt Reg., Modul: 7, 11 Lehramt Gym., Modul: 7, 12 M.A. History and Culture of the Baltic Sea Region (PO 2020), Wahlbereich aus M.A. LaDy: Modul: Skand-7 |