| Kommentar |
„Räume sind nicht, Räume werden gemacht” - diese These des Geographen Hans-Dietrich Schultz provoziert wohl bis heute Widerspruch wie Zustimmung zugleich. Dabei ist der Titel des 1997 erschienen Aufsatzes nur einer von zahlreichen Belegen dafür, dass die Auseinandersetzung mit dem Raum als geschichtswissenschaftlicher Kategorie schon lange wieder boomt. Die Zeiten scheinen vergangen zu sein, in denen entsprechende Ansätze vor allem Assoziationen an die Lebensraumvorstellungen des Nationalsozialismus weckten und demzufolge verpönt waren. Vielfältig sind heute die Herangehensweisen der Spatial History: Area und Border Studies, Erinnerungsorte und Mental Maps, Infrastrukturen und Mobilität sind nur einige beispielhafte Stichworte für Konzepte, Methoden und Phänomene, mit denen wir uns im Seminar beschäftigen werden. Im Mittelpunkt stehen dabei stets ausgewählte empirische Beispiele aus der Geschichte des Ostseeraums im 19. und 20. Jahrhundert. Teilnahmevoraussetzung: Bereitschaft zum Lesen englischer Texte. |
| Literatur |
Schultz, H.-D. (1997). Räume sind nicht, Räume werden gemacht: zur Genese "Mitteleuropas" in der deutschen Geographie. Europa Regional, 5.1997(1), 2-14. |