Hartmann von Aues Iwein zählt zu den zentralen Texten der deutschsprachigen Literatur des Hochmittelalters und bietet vielfältige Anknüpfungspunkte für die Analyse höfischer Erzählmodelle, ritterlicher Identitätsentwürfe sowie von Krise und Wiederherstellung sozialer Ordnung. Das Seminar widmet sich dem Iwein sowohl unter klassischen literaturwissenschaftlichen Fragestellungen als auch mit Blick auf aktuelle Methoden und Forschungsansätze der germanistischen Mediävistik, die gemeinsam erarbeitet und kritisch reflektiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen der Medialität und Materialität mittelalterlicher Literatur. Aspekte der handschriftlichen Überlieferung, der Textgestaltung und der historischen Rezeptionsbedingungen werden ebenso berücksichtigt wie ihre Bedeutung für heutige Lektüren. Ergänzend werden Möglichkeiten der Einbindung des Iwein in den Schulunterricht diskutiert. Dabei stehen didaktische Konzepte, adressatengerechte Zugänge und mediale Vermittlungsformen im Vordergrund. Die Lehrveranstaltung vermittelt literatur- und kulturhistorische Kenntnisse, methodische Kompetenzen der Mediävistik sowie Fähigkeiten zur Präsentation und Diskussion mittelalterlicher Texte und ihrer Vermittlung in schulischen und außeruniversitären Kontexten. Das Seminar wird als Blockveranstaltung in der Biologischen Station der Universität auf der Insel Hiddensee durchgeführt. Die besondere Atmosphäre dieses Ortes ermöglicht eine intensive Arbeits- und Gesprächssituation, die vertiefte Textarbeit und gemeinsamen Austausch in besonderer Weise fördert. |