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Aktuelles Semester: SoSe 2026

Seminar: Das Rolandslied. Postkoloniale Perspektiven

Funktionen
Informationen

Grunddaten

Veranstaltungsnummer: 4004069
Semester: SoSe 2026
Sprache: Deutsch
Max. Teilnehmer/-innen: 20
Belegungszeitraum: Belegungsfrist Dt. Philologie    01.03.2026 07:00:00 - 31.08.2026    aktuell

Termine

Gruppe: - iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
iCalendar Export für Outlook Di. 10:00 bis 12:00 woech 14.04.2026 bis
21.07.2026
Ernst-Lohmeyer-Platz 1 - Raum 3.23 Quenstedt     20
Einzeltermine
14.04.2026 | 21.04.2026 | 28.04.2026 | 05.05.2026 | 12.05.2026 | 19.05.2026 | 26.05.2026 | 02.06.2026 | 09.06.2026 | 16.06.2026 | 23.06.2026 | 30.06.2026 | 07.07.2026 | 14.07.2026 | 21.07.2026 |

Es gibt bereits 30 Anmeldungen / 21 davon zugelassen

Gruppe -:

Inhalt

Kommentar

Im Seminar behandeln wir das Rolandslied des Pfaffen Konrad (um 1170), einen der frühesten Texte der mittelhochdeutschen Literatur, der vermutlich im Auftrag Heinrichs des Löwen und seiner Frau Mathilde entstand. Als Adaption der altfranzösischen Chanson de Roland wirkt der Text aktiv an der narrativen Formierung von Kreuzzugsideologien und kulturellen Differenzordnungen mit, die im Kontext transkultureller Begegnungen zwischen christlicher und muslimischer Welt entstehen. Der Text wird im Laufe des Semesters vollständig gelesen.

Einen zentralen theoretischen Bezugspunkt bilden postkoloniale Ansätze, wie sie etwa von Sharon Kinoshita, Jeffrey J. Cohen und Michael R. Ott für die Mediävistik fruchtbar gemacht werden. Diese Perspektiven gehen davon aus, dass vormoderne Texte kulturelle Differenz nicht nur abbilden, sondern selbst an deren Herstellung beteiligt sind. Kinoshita betont zudem, dass mittelalterliche Begegnungen mit dem Islam häufig in historischen Konstellationen stattfanden, in denen muslimische Reiche militärisch, politisch und kulturell dominant waren. Vor diesem Hintergrund warnt sie davor, Konzepte wie Orientalismus oder Eurozentrismus ungebrochen auf vormoderne Texte zu übertragen.

Ausgehend davon untersuchen wir im Seminar, wie das Rolandslied Machtverhältnisse, religiöse und kulturelle Differenz sowie kollektive Identitätsmodelle narrativ formiert. Die Erzählung entwirft idealisierte wie diffamierte Figuren, an denen unterschiedliche normative Modelle sichtbar werden: charismatische Herrschaft (Karl der Große), homosoziale Männlichkeitsentwürfe und ein Ethos von Gewalt und Martyrium (Roland) sowie die vor allem diskreditierte Sphäre von Politik, Kompromiss und Handel (Genelun). Ziel ist eine textnahe und theoriegeleitete Analyse, die zugleich die Möglichkeiten und Grenzen postkolonialer Perspektiven für die Interpretation mittelalterlicher Literatur reflektiert. Michael R. Ott wird in einer Seminarsitzung zu Gast sein. Auf regelmäßige Anwesenheit wird Wert gelegt.

Literatur

Bitte anschaffen:

Kartschoke, Dieter (Hg.): Das Rolandslied des Pfaffen Konrad: mittelhochdeutsch / neuhochdeutsch. Stuttgart, Durchges. Ausg. 1996, [Nachdr.] 2007 (= Universal-Bibliothek 2745).


Zugeordnete Person

Zugeordnete Person Zuständigkeit
Quenstedt, Falk, Dr. verantwortlich

Studiengänge

Abschluss Studiengang Studienphase PO-Version
Bachelor of Arts (2 F.) Germanistik 2020
Bachelor of Arts (2 F.) Optionale Studien 2019
Lehramt Gymnasium Deutsch LAG 2022
Lehramt Reg. Schulen Deutsch LA Reg. 2022
Master of Arts Germ. Literaturwiss. MA 2025
Master of Arts Kult.-Interk.-Lit. GER MA 2014

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