| Kommentar |
Wird vom Anthropozän gesprochen, als geologischem Zeitalter, in dem der prägende Einfluss des Menschen auf den Planeten Erde unübersehbar geworden ist, geschieht dies häufig unter den Vorzeichen von Krise und Katastrophe. Klimawandel, Artensterben und Umweltzerstörung werden dabei als multiple Krisen begriffen, die ein grundsätzliches Überdenken des Verhältnisses von Mensch, Natur und Kultur erforderlich machen. Vor dem Hintergrund ausgewählter theoretischer Texte wird das Seminar die kaum mehr zu überschauenden Debatten aus der Perspektive literarischer Auseinandersetzungen mit dem Anthropozän in den Blick nehmen, die in den letzten Jahren unter Schlagworten wie 'Climate Fiction', 'Nature Writing' oder 'Lyrik im Anthropozän' diskutiert worden sind. Neben die Fragen, wie der Mensch im Verhältnis zu Umwelt, Natur und Technik situiert wird und wie literarische Schreibweisen auf die multiplen Krisen(narrative) reagieren, rückt dabei immer auch die von Dipesh Chakrabarty aufgeworfene Frage, wie die „Wahrnehmung der Gegenwart” und die „Zeit unseres Alltagslebens” mit dem „bombastischen Zeitrahmen” der geologischen Zeit und der Tiefenzeit der Erdgeschichte zusammenhängen. Diskutiert werden u.a. Texte von Carla Cerda, Dipesh Chakrabarty, Daniel Falb, Max Frisch, Donna J. Haraway, Tim Holland, Esther Kinsky, Lisa Krusche, Rike Scheffler. Die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme und zur Übernahme eines Diskussionsimpulses wird vorausgesetzt. Bitte melden Sie sich bis spätestens zum 1. April im Selbstbedienungsportal/LSF an, Sie erhalten dann vor Seminarbeginn weitere Informationen per E-Mail. |