Den Körper als Medium oder als Zeichen zu verstehen, das gedeutet werden muss (Semiotik / Kultursemiotik), ist in der Theoriegeschichte erst einmal nichts Neues. So gibt es bereits im 18. Jahrhundert die Semiotik als Teilbereich der Medizin. Verschiedene theoretische Strömungen in den Literatur-und Kulturwissenschaften gehen auf unterschiedliche Weise mit der Körperlichkeit um: Geht es einerseits schon in der Hermeneutik metaphorisch um den Text als Körper, so wird umgekehrt in der Dekonstruktion alles zum lesbaren Text, so auch die kulturelle Praxis und der Körper. Neuere Theorien befassen sich wieder mit der Ausdrucksfähigkeit des Körperlichen und seiner performativen Aussagekraft, sei es auf dem Theater oder auch in der Literatur. Insbesondere Gender-Aspekte werden dabei eine Rolle spielen (Wie werden Körper gelesen?). Wir lesen und erschließen eine Auswahl an literatur- kultur- und medienwissenschaftlich relevanten neueren und älteren Forschungstexten. Die genaue Abstimmung erfolgt in Absprache mit den Teilnehmenden. Die Bereitschaft, Texte auf Englisch zu lesen, wäre von Vorteil, da nicht alle Texte in dt. Übersetzung vorliegen (ich bemühe mich aber um Bereitstellung sofern vorhanden). Mündliche Beteiligung ist vorausgesetzt. Übernahme eines Referates ist sehr erwünscht. Der einstündige Lektürekurs findet 14-tägig statt (dann jeweils als 90-Minuten Sitzung). |