| Kommentar |
In den vergangenen zehn Jahren, spätestens aber seit der sogenannten Flüchtlingskrise, den Protesten von Pegida und den Wahlerfolgen der AfD, hat die Debatte über Ostdeutschland an neuer Dynamik gewonnen. In dieser Zeit sind vermehrt auch literarische Texte erschienen, die sich in den Diskurs einmischen, literarisch intervenieren und gleichzeitig differenzieren. Die Texte setzen neue Schwerpunkte, und knüpfen zugleich an eine lange Tradition der ‚Wendeliteratur‘ an, die sich seit den frühen 1990er Jahren mit 1989 und den Folgeerscheinungen beschäftigt. Ausgehend von einer kritischen Reflexion der Begrifflichkeiten widmet sich das Seminar der ‚Post-Wende-Literatur‘ von den 1990er Jahren bis in die Gegenwart. Welche Muster verbinden die unterschiedlichen Texte miteinander? Welche narrativen Verfahren werden für die Erzählung der Wende gebraucht? Und in welche kollektiven Narrative intervenieren die Texte in ihrer jeweiligen Gegenwart? Die genaue Aufteilung der Lektüre besprechen wir in der ersten Sitzung. Berücksichtigt werden sollen u.a. Texte von Ingo Schulze, Thomas Brussig, Monika Maron, Thomas Hettche, Jens Sparschuh, Anne Rabe, Olivia Wenzel, Hendrik Bolz, Domenico Müllensiefen und Daniel Schulz. Eigene Textvorschläge sind ausdrücklich erwünscht. |